Anfrage
Die Schweiz hat einen Winter-Solarbonus beschlossen, um die Photovoltaik-Kapazität, insbesondere in alpinen Gebieten, auszubauen und die nationalen Ziele für erneuerbare Energien zu unterstützen. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Stromerzeugung im Winter zu stärken und den Ausbau der Solarenergie im Land zu beschleunigen.
Die Schweizer Regierung hat eine Winterprämie für Photovoltaikanlagen eingeführt. Gleichzeitig wurden neue Zwischenziele für erneuerbare Energien bis 2030 festgelegt. Erneuerbare Energien (ohne Wasserkraft) sollen bis 2035 35 TWh und bis 2050 45 TWh erzeugen. Laut Energieverordnung liegt das Ziel für 2030 bei 23 TWh, wobei Photovoltaik 18,7 TWh und Windkraft 2,3 TWh beitragen sollen. Der Rest soll aus Biomasse, Abfallverwertung, Holzkraftwerken und, wo verfügbar, Geothermie stammen.
Die Förderung gilt für neue Photovoltaikanlagen ab 100 kW, die ab dem 1. Januar 2026 in Betrieb genommen werden. Der Bonus ersetzt eine frühere höhenabhängige Fördermaßnahme und soll die Stromerzeugung im Winter verbessern, insbesondere an alpinen Standorten mit günstigen saisonalen Ertragsmustern. Eine demnächst erscheinende Verordnung wird detailliert regeln, wie der Bonus in bestehende Fördermechanismen wie Marktprämien, Auktionen und Einmalzahlungen integriert wird.
Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass das Photovoltaik-Ziel von 18,7 TWh für 2030 eine mehr als doppelte Steigerung der für 2025 erwarteten Leistung von gut 8 TWh erfordert. Dies bedingt einen deutlichen Ausbau der jährlichen Installationskapazität auf bis zu 2,7 GW in den nächsten fünf Jahren. Nach einem Rekordjahr 2024 wird für 2025 eine Marktabschwächung auf rund 1,6 GW prognostiziert.
Analysten gehen davon aus, dass der Sektor das erforderliche durchschnittliche jährliche Wachstum von 11 % bewältigen kann, und weisen darauf hin, dass die Wachstumsraten der Vergangenheit diesen Wert deutlich übertroffen haben. Der größte Teil der Expansion wird weiterhin auf Dächern stattfinden, wo bisher nur ein geringer Teil des Potenzials ausgeschöpft wurde. Auch Installationen an Fassaden, Infrastruktur, landwirtschaftlichen Flächen und im alpinen Gelände nehmen stetig zu, und die geeignete Fläche wird nicht als begrenzender Faktor angesehen.
Bis 2030 werden im Winter voraussichtlich rund 5 TWh Solarstrom erzeugt, was in etwa den maximal zulässigen Stromimporten des Landes entspricht. Dies deckt etwa 15 % des Winterverbrauchs ab. Zum Vergleich: Prioritäre Wasserkraftprojekte sollen bis 2040 bis zu 2 TWh zusätzlichen Winterstrom liefern.
Der Winterzuschuss für Solarenergie soll den saisonalen Beitrag neuer PV-Anlagen erhöhen, und die fehlende Obergrenze für die Förderung alpiner Systeme wurde von Branchenbeobachtern positiv bewertet.
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