Landwirte erkennen laut DLG-Umfrage die Vorteile von Agri-Solar an

2024-11-21

Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG), einer renommierten deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, unterstreicht das wachsende Interesse und den Optimismus deutscher Landwirte in Bezug auf Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Die im Bericht „Agri-Photovoltaik – Aktuelle Situation in der Landwirtschaft“ aufgeführten Ergebnisse zeigen, dass Agri-PV trotz einiger wirtschaftlicher und regulatorischer Herausforderungen zunehmend als vorteilhafte Innovation angesehen wird.

Großer Optimismus und großes Interesse an Agri-PV-Systemen

Die Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Landwirte trotz hoher Energiepreise optimistisch in die Zukunft blicken. Dieser Optimismus steht im Einklang mit ihrer Bereitschaft, Risiken einzugehen und Innovationen einzugehen:

  • Großes Interesse an Agri-PV: Über die Hälfte der befragten Landwirte ist bereit, in Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu investieren.
  • Bedingte Annahme: Ein weiteres Drittel der Landwirte würde über die Installation von Agri-PV nachdenken, wenn neben dem PV-Betrieb auch weiterhin landwirtschaftliche Tätigkeiten ausgeübt werden könnten.

Vorteile der Agri-PV für die Landwirtschaft

Landwirte erkennen mehrere Vorteile von Agri-PV-Systemen an, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung der landwirtschaftlichen Erträge:

  • Optimiertes Licht für Pflanzen: Agri-PV-Systeme können so konzipiert werden, dass die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht erhalten, ohne dass die Stromausbeute darunter leidet.
  • Verbesserte Artenvielfalt: Landwirte wiesen auf das Potenzial der Agri-PV hin, die Artenvielfalt zu fördern.
  • Verringerung der Winderosion: Diese Systeme können dazu beitragen, die Winderosion zu verringern, ein kritisches Problem in vielen Regionen.

Während Bedenken hinsichtlich der Maschinenkompatibilität bestehen, wurden Themen wie Beschattung und Wetterschutz von den Befragten als relativ unbedeutend eingestuft.

Wirtschaftliche Hürden für die Einführung von Agri-PV

Trotz der landwirtschaftlichen Vorteile stößt Agri-PV aus wirtschaftlicher Sicht auf Skepsis:

  • Hohe anfängliche Investitionskosten: Die Landwirte betonten die hohen Kosten, die mit der Installation von Agri-PV-Systemen verbunden sind.
  • Bürokratische Herausforderungen: Komplexe regulatorische Anforderungen und unvorhersehbare politische Bedingungen wurden als erhebliche Hindernisse genannt.

Bei der Energieproduktion zeigten viele Landwirte eine Präferenz für die Einspeisung ins Netz. Betriebe mit hohem Energieverbrauch, wie etwa die Tierhaltung, zeigten im Vergleich zu Ackerbaubetrieben ein höheres Interesse an der Eigenversorgung.

Wissenslücken und rechtliche Herausforderungen

Obwohl Landwirte im Allgemeinen das Potenzial von Agri-PV-Systemen verstehen, bestehen weiterhin Wissenslücken:

  • Rechtlicher Rahmen: Es herrscht Unklarheit hinsichtlich des Baurechts und der Netzanschlussprozesse.
  • Branchenentwicklungen: Landwirte fühlen sich über die neuesten Fortschritte in der Agri-PV-Technologie nicht informiert.

Außerdem bestehen Bedenken hinsichtlich der Landnutzung, insbesondere ob Ackerland nach der Entfernung der Photovoltaikanlagen wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden kann.

Nachgewiesener Erfolg aus Pilotprojekten

Pilotprojekte, die die Koexistenz von Landwirtschaft und Stromerzeugung demonstrieren, sind entscheidend, um das Vertrauen der Landwirte zu stärken. Viele Ackerbauern zeigten ein gesteigertes Interesse an Agri-PV, nachdem sie bei Pilotversuchen nur minimale Störungen beobachtet hatten.

Highlights der Umfrage

Die DLG-Umfrage, die unter 125 Teilnehmern (78 % Vollzeitlandwirte) durchgeführt wurde, lieferte wichtige Erkenntnisse:

  • Grundstücksgröße: Die meisten Befragten bewirtschafteten Betriebe zwischen 101 und 200 Hektar.
  • Erfahrung mit PV-Systemen: Über 77 % der Teilnehmer hatten bereits in herkömmliche Dach- oder dachparallele PV-Systeme mit einer durchschnittlichen Leistung von 570 kWp pro Anlage investiert.
  • Technologiepräferenzen: Zwei Drittel dieser Systeme nutzten monokristalline PV-Module.

Fazit

Die DLG-Umfrage unterstreicht die wachsende Anerkennung von Agri-PV als transformativer Ansatz für die moderne Landwirtschaft. Zwar bestehen weiterhin wirtschaftliche und regulatorische Herausforderungen, doch die nachgewiesenen Vorteile für die Pflanzenproduktion, die Artenvielfalt und die Minderung der Winderosion sind unbestreitbar. Mit klareren rechtlichen Rahmenbedingungen und erfolgreichen Pilotprojekten wird die Einführung von Agri-PV voraussichtlich zunehmen und die Nachhaltigkeit und Produktivität in der Landwirtschaft vorantreiben.

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